Rosé - pretty in pink

3bottles_web.JPGRosé ist ein ganz besonderer Sommergenuss, ein häufig verkannter universeller Begleiter zu verschiedensten Gerichten und nicht zuletzt ideal passend zu Gegrilltem - sofern man eine gute Kühlmöglichkeit zur Hand hat. Gute Roséweine werden aus bekannten Rotweintrauben - wie Grenache bzw. Garnacha, Cinsault, Tempranillo, Spätburgunder und anderen - gekeltert, und bis auf ganz seltene Ausnahmen handelt es sich dabei keineswegs um einen Verschnitt aus Weiß- und Rotwein. Der aus Deutschland stammende Weißherbst ist sogar eine Sonderform des Rosé, da er aus nur einer einzigen Rebsorte gekeltert wird.


Um also ein fĂĽr alle mal mit dem Vorurteil aufzuräumen, der RosĂ© entstehe durch das ‘ZusammengieĂźen’ von Rot- und WeiĂźwein: RosĂ© erhält seine Farbe dadurch, dass er teilweise im Rotweinverfahren (mit den BeerenhĂĽlsen, d.h. Schalen) an der Maische vergoren wird, bevor der Gärprozess dann wie beim WeiĂźwein ohne die Schalen fortgesetzt wird.
Wie unterschiedlich und vielfältig das Roséangebot ist, wurde schon bei der Degustation für die Geniesserzeit klar: Es waren die Länder Deutschland und Spanien vertreten, mit Weinen deren Alkoholgehalt von 11% bis 13,5% reichte. Die Bezeichnungen und Deklarationen der Weine waren sehr aufschlussreich.
Die erste Besonderheit war ein RosĂ© aus dem Markgräflerland (Bezirkskellerei Markgräflerland - Baden, 2007, weiteres s.u.). Dass auf dem Etikett nur “RosĂ©” steht, bedeutet also, dass es sich nicht um den in Baden verbreiteten WeiĂźherbst (der aus Spätburgundertrauben gekeltert wird) handelt, sondern möglicherweise mehrere rote Rebsorten verwendet wurden. Dieser Wein ist spritzig und ohne dominante Aromen, so dass er auch zu weniger deftigen Speisen (Salat, vegetarische Gerichte bzw. helles Fleisch oder Fisch) passt.
Der zweite Wein war eine echte Überraschung: Ein Rotling aus Franken (Winzer Sommerach, Edition St. Valentin 2007). Rotling war früher die Bezeichnung für die oben erwähnte gefürchtete Mischung von Weiß- und Rotwein. Heute wird der Rotling jedoch aus Rotweintrauben gekeltert, und nur beim Schillerwein aus Württemberg ist die Mischvariante noch erlaubt. Die Farbe dieses Rotlings macht seinem Namen alle Ehre: ein sattes Pink mit Rubintönen. Das Bukett verspricht Pfirsich und Äpfel, während sich auf dem Gaumen Sommerbeerenanklänge mit dem Rosé-typischen Mandelgeschmack mischen. Wunderbar und sehr bekömmlich, wohl auch wegen des nicht allzu hohen Alkoholgehaltes von 11,5%. Dabei kann dieser Rosé durchaus kräftigere Fleischgerichte begleiten.
Wer es noch prägnanter mag, der kann Rosé-technisch in den Süden schweifen. Ein spanischer Rosé (Montesierra, Samontano 2007) aus Tempranillo- und Garnacha-Trauben ist mit seinen 13,5% mit einem schweren Rotwein vergleichbar, was jedoch auch nicht verwundert, da Tempranillo eine Rebsorte im Rioja ist. Der Montesierra erinnert geschmacklich an Schattenmorellen und Johannisbeeren, ist gleichzeitig rund und körperreich. Dieser Rosé ist perfekt für eine Grillparty und sollte aufgrund seines hohen Alkoholgehaltes bei höchstens 10°C serviert werden, eher noch kälter. Aber Vorsicht: dann ist er noch süffiger.
Insgesamt bieten Rosés ein breites Spektrum interessanter Weine, in dem für jeden Geschmack etwas zu finden ist - trotz der mädchenhaften Farbe auch für echte Kerle und für anspruchsvolle Geniesser: Denn für einen Tavel aus dem Rhonetal kann man ab 13 Euro aufwärts investieren.
Geniesserzeit-Rosé-Empfehlungen:
- Rosé Qualitätswein trocken, Bezirkskellerei Markgräflerland Baden 2007, 12%, 7,90 €
- Rotling, Winzer Sommerach Edition St. Valentin Franken 2007, 11,5%, 6,90 €
- Montesierra, Samontano - Denominación de Origen, Tempranillo - Garnacha 2007, 13,5%, 5,90 €
Natürlich passt Rosé hervorragend zum Picknick: Schnappen Sie sich eine Flasche und ab zum gegrillten Hühnchen auf die Wiese. (Verlinkung Picknick-Text)

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